Gesundheit
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Warum die Seite Gesundheit unter der Oberrubrik Interessen?? Solange man gesund ist, macht man sich im Normalfall weniger Gedanken um das Thema Gesundheit.

Sobald man aber krank wird und die Krankheiten sich als ständige unliebsame Begleiter erweisen, ist man an einem Punkt angelangt, wo man sich um so mehr mit diesem Thema beschäftigt, also Interessiert.


Das erste Mal hat es mich im Frühjahr 1996 erwischt. Nach einer etwas stressigeren Zeit hat es mich mitten in einer Entspannungsphase getroffen. Von einer Sekunde zur anderen hatte ich ein starkes Rauschen auf dem linken Ohr und ich hörte kaum mehr etwas auf dieser Seite. Na ja, so etwas kommt ab und an vor, dass gibt sich dann von alleine wieder. Viele kennen das nach einem lauten Konzertbesuch, oder wenn es mal etwas hektischer zugeht. Nur hat es sich bei mir nicht mehr gegeben, nach einem Arztbesuch mit der Diagnose Hörsturz und Tinnitus blieben die folgenden Infusionstherapien und die damals noch genehmigten Druckkammerbehandlungen ohne positive Auswirkungen. Seit dieser Zeit bin ich auf dem linken Ohr schwerhörig und der Tinnitus begleitet mich seitdem in wechselnden Stärken und auch in wechselnder Belastung. Anfangs war dieses Geräusch im Ohr fast nicht zu ertragen, dann war es nervig, dann trat es nur in besonders lauten Phasen ins Bewusstsein und irgendwann hat ich mich dann mehr oder weniger damit arrangiert bis zum April 2004.

Diagnose: Hörsturz

Der Hörsturz ist eine plötzlich auftretende, meist einseitige Schallempfindungsstörung.

Ursache: Der Entstehungsmechanismus von Hörstürzen konnte bisher noch nicht geklärt werden.

Behandlung: Da eine große Anzahl von Schädigungshypothesen des Ohres (oder des mit dem Hören befassten Gehirns) besteht, existiert eine große Vielfalt von Behandlungsmethoden, denen allen gemein ist, dass sie fachlich angreifbar sind.

Sofortmaßnahmen bei mir: zwei erfolglose Infusionstherapien, zwei erfolglose Druckkammerbehandlungen

Diagnose: Tinnitus

Der Begriff Tinnitus aurium (lat. „das Klingeln der Ohren“) oder kurz Tinnitus bezeichnet ein Symptom (teilweise wird auch von einem Syndrom gesprochen), bei dem der Betroffene Geräusche wahrnimmt, die keine äußere für andere Personen wahrnehmbare Quelle besitzen.

Ursache: Vielfältig

Behandlung: Die hohe Zahl der verschiedenen Therapievorschläge lässt vermuten, dass es bisher noch keine klare, eindeutig wirksame Behandlung gibt.

Sofortmaßnahmen bei mir: ?!


Der zweite Schlag kam im April 2004. Ohne erkennbaren Auslöser, hat es mir im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füssen weggezogen. Während eines angenehmen Bades wurde mir plötzlich schwindelig. Der erste Gedanke war, "zu lange in der heißen Badewanne gewesen", da macht der Kreislauf schlapp. Also ins Bett geschleppt um mich auszuruhen. Aber der Schwindel wurde immer schlimmer, bis hin zum Erbrechen. Das ganze hielt dann fast sechs Stunden an bevor es so langsam abklang. Am nächsten Tag war ich immer noch so erschlagen, dass ich zum Hausarzt ging. Er äußerte den Verdacht Drehschwindel genauer Morbus Meniere. Ein Termin beim HNO Arzt bestätigte diesen Verdacht. Ab diesem Tag war auch der Tinnitus wieder permanent laut und fast nicht zu ertragen. Das war nun mein zweites Anhängsel, das ich seit dem mit mir herumschleppe. Die Drehschwindelattacken treten in unregelmäßigen Abständen  aber wöchentlich auf. Sie gehen vom wenigen Minuten bis zu stundenlangem Schwindel.

Diagnose: Morbus Meniere

Bei der Menière-Krankheit handelt es sich um eine Erkrankung des Innenohres, die gekennzeichnet ist durch Anfälle von Drehschwindel, einseitigem Hörverlust und Ohrensausen (Tinnitus). Treten diese drei Symptome gemeinsam auf, spricht man von der Menière'schen Trias.

Ursache: Die Ursache des Morbus Menière ist nicht bekannt es bestehen nur Vermutungen.

Behandlung: Der Morbus Menière an sich ist nicht heilbar nur z.T. linderbar.

Sofortmaßnahmen bei mir: Betahistin zur Reduzierung der Anfälle, Vertigo Vomex zur Behandlung der Übelkeit im Akutfall. Ruhe liegend


Da aller guten Dinge ja bekanntlich drei sind, habe ich im Oktober 2006 wohl noch einmal laut hier gerufen :-( Es begann mit einem Zeckenbiss, der sofort mit Antibiotika behandelt wurde. Die typischen Borreliose Merkmale wie die Wanderröte verschwanden auch dementsprechend schnell. Was nicht verschwand waren:

  • Muskel- und Sehnenschmerzen, Ort und Intensität ständig verändernd
  • Schmerzen in Rücken, Brust, Armen und Beinen
  • Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit
  • Durchschlafschwierigkeiten

und anstatt das es besser wurde kamen immer mehr Begleiterscheinungen dazu:

  • Gefühl als seien die Hände geschwollen und starke Schmerzen in den Händen
  • Gefühl von Kribbeln oder Taubsein in den Händen z.T. auch in Beinen und Armen
  • Punktuell stark schmerzhafte Stellen
  • Morgendliches Gefühl der Zerschlagenheit
  • Morgendliche Steifheit der Gliedmassen
  • Chronische Erschöpfung
  • Nächtliches Aufwachen ohne wieder einschlafen zu können
  • Ständige Müdigkeit und das Gefühl nicht geschlafen zu haben
  • Druck und Enge über dem Herzen und Durchatemschwierigkeiten
  • Erhöhtes Kältegefühl und kalte/feuchte Hände und Füße
  • Häufiger Durchfall und Blähungen, ab und an Übelkeit
  • Starker Harndrang vermehrter Gang zur Toilette
  • Kopfschmerzen ca. 2-3x in der Woche
  • Erhöhte Geruch-, Geräuschempfindung
  • Tränende, gereizte Augen
  • Ab und zu wie Schleier vor den Augen
  • Vermehrte Schweißabsonderung z.B. bei geringster Anstrengung
  • Gefühl von Klos im Halsbereich
  • Konzentrationsschwäche
  • Ungeschicklichkeit, Fallenlassen-, Umstoßen von Dingen, Anstoßen
  • starke Abnahme der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Antriebsschwäche

Nach einer (relativ kurzen, wie ich im Nachhinein erfahren habe) Ärzteodyssee Orthopäde, Internist, Neurologe wurde mir bei der letzten Station im Dezember 2006 bei einem Rheumatologen, die Diagnose Fibromyalgie gestellt.

Diagnose: Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung. Das Wort Fibromyalgie leitet sich in seinen drei Bestandteilen ab aus „Fibro-“ vom lateinischen fibra = Faser, griechisch „My-“ bzw. „Myo-“ von myos = Muskel und „algie“, ebenfalls aus dem Griechischen von algos = Schmerz also Muskelfaserschmerzen.

Ursache: Ursache der Fibromyalgie als auch die Mechanismen der Krankheitsentstehung sind ungeklärt

Behandlung: Die Fibromyalgie ist durch medizinische Maßnahmen nicht heilbar, durch Begleitmaßnahmen z.T. linderbar

Sofortmaßnahmen bei mir: Schmerztabletten, Amitriptylin gegen die Durchschlafschwierigkeiten.


Nun hatte ich vier Diagnosen von Krankheiten bei denen die Ursachen ungeklärt oder so vielfältig sind, dass sie die Krankheiten nicht fassbar machte.

Ebenso sah es mit der Behandlung derselben aus, auch diese war in allen vier Fällen mit nicht heilbar, "z.T. nur linderbar" beschrieben.

(In diesem Zusammenhang möchte ich meine beiden behandelbaren "Normalkrankheiten" die erblich bedingte Hypercholesterinämie und die leichte Arterielle Hypertonie nur als Randnotiz erwähnen.)

Trost war, dass keine der Krankheiten eine körperlichen Veränderungen wie z.B. Verkrüppelung nach sich ziehen bzw. einen tödlichen Verlauf nehmen. Aber was heißt Trost, im Bewusstsein, dass man Krankheiten hat, die einem vermutlich ein Leben lang erhalten bleiben und die Lebensqualität in einem sehr hohen Maße einschränken.

Deshalb konnte es nicht ausbleiben, das nun die vierte Krankheit auftrat... die Psyche meldete sich nun zu Wort.


Das ganze äußerte sich so Ende 2006/Anfang 2007 in:

  • Niedergeschlagenheit
  • depressiven Phasen
  • Verunsicherung
  • Antriebsschwäche
  • keine Interessen an Hobby und Unternehmungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Angst- und Panikattacken

Hier stand die Diagnose im Angesicht der Multimorbidität und als Begleiterscheinung der verschiedenen Krankheiten sehr schnell, die lautete Depression.

Diagnose: Depression

Depressiv (lat. deprimere „niederdrücken“) bezeichnet umgangssprachlich einen Zustand psychischer Niedergeschlagenheit.

Ursache: Die Ursachen, die zu einer Depression führen, sind noch nicht vollständig aufgeklärt. In meinem Fall war die oben beschriebene Multimorbidität und letztendlich die Fibromyalgie die das Fass zum überlaufen brachte wohl die auslösenden Faktoren.

Behandlung: Depressionen können in der Regel gut behandelt werden. Infrage kommen die Psychotherapie, physikalische Maßnahmen oder eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva. Häufig wird auch eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung angewandt.

Sofortmaßnahmen bei mir: Antidepressiva zur Stimmungsaufhellung, Anmeldung zur Psychotherapie mit halbjähriger Wartezeit auf einen Therapieplatz, Beginn der Psychotherapie mit Schwerpunkt Schmerzverarbeitung und Abbau sozialer Vermeidungsphobien Herbst 2007 - Anfang 2009


2007 folgte dann ein 10-tägiger Aufenthalt in einer Klinik mit einem Komplettcheck um die Diagnosen noch mal bestätigen zu lassen.

Beantragung einer REHA, die trotz Empfehlung all meiner behandelten Ärzte abgelehnt wurde, da vor Ort noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wären.

Beantragung eines Schwerbehindertenausweises der mir, da ich mit einem GdB von 30 eingestuft wurde, nicht ausgestellt wurde.


2008 war ich dann über eine Arzteinweisung für sechs Wochen in einer Medizinisch-Psychosomatischen Klinik auf der dortigen Schmerzstation um zu erlernen wie man mit chronischem Schmerz besser umgeht. Dort habe ich dann in speziellen Schmerzgruppen mehr über den Schmerz erfahren. Es wurden exakt auf Fibromyalgie ausgelegte Gymnastik,- Walking- Wassergymnastikkurse durchgeführt und auch Wärmebehandlungen wie Bäder oder heiße Packungen verordnet. Weitere Schwerpunkte waren Einzeltherapien gegen die Depressionen und Biofeedback gegen die Vermeidungsphobien. Für jeden auf der Station gab es auch noch die PME Gruppen. Individuell wurde ich noch, wegen des Morbus-Meniere, in eine Gruppe zum besseren Umgang mit Schwindelattacken eingebunden.

Der dortige Aufenthalt war wie ein Auszeit vom Leben für mich und hat mir auch sehr gut getan. Leider konnte er mir nicht meine Krankheiten nehmen, was eigentlich auch von vorneherein klar war.

Verschlechterungsantrag wg GdB gestellt und nach Widerspruch nach GdB 40 wurde ein unbefristeter Schwerbehindertenausweis von GdB 50 ausgestellt.


2009 war dann durchweg eine Quälerei mit Fehltagen auf der Arbeit, immer wieder eingeschobene Urlaubstage um zu regenerieren, überhaupt waren die Wochenenden und Urlaube nur noch zum Regenerieren um dann wieder zu funktionieren.


2010 kam dann der totale Zusammenbruch... Anfang Januar hat mein Körper endgültig gestreikt... haben sich die schon 2009 nicht zu übersehenden Warnsignale in einer nochmaligen massive Verstärkung aller Symptome gerächt, seitdem bin ich krankgeschrieben.

Fortsetzung folgt....